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Mein kollektives Erbe

Eine Reflexion über die Erinnerung an das Landleben, vererbtes Brauchtum und die zerbrechliche Kontinuität zwischen menschlichem Leben und der Natur.

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In meiner Kindheit verbrachte ich lange Sommer im Dorf meiner Großmutter, wo ich zum ersten Mal eine tiefe und instinktive Verbindung zur Natur erlebte.

Für mich wurde das Dorfleben zum Synonym für Freiheit: Baden in Bächen, Rennen über Felder, Bewegen durch Landschaften, die eher von Jahreszeiten als von Zeitplänen geprägt waren.

Der Alltag dort folgte dem Rhythmus der natürlichen Welt. Körperliche Arbeit, die Pflege von Tieren, das Bestellen von Gärten — dies war nicht vom Leben getrennt, sondern in dessen Struktur verwoben.

Gleichzeitig war ich zutiefst berührt von der stillen Spiritualität der ländlichen Existenz: Wegkreuze, handgefertigte Hausaltäre, Gesten des Glaubens, die in alltäglichen Räumen bewahrt wurden.

Diese frühen Erfahrungen prägen bis heute meine visuelle Sprache und bleiben eine dauerhafte Inspirationsquelle für meine Arbeit.

Die Serie reflektiert über Erinnerung nicht als Nostalgie, sondern als lebendiges Erbe — etwas, das kollektiv durch Gesten, Objekte, Landschaften und Rituale getragen wird.

Ländliche Architektur, alte Bäume, gestickte Textilien und ältere Gestalten erscheinen in den Werken als zerbrechliche Spuren der Kontinuität zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Mich ziehen Momente an, in denen sich menschliches Leben und natürliche Kreisläufe spiegeln: Geburt und Verfall, Wachstum und Verschwinden, Beständigkeit und Erosion.

Organische Formen — Blumen, Wurzeln, Äste, sich verändernde Texturen — werden zu emotionalen Strukturen, durch die Seinszustände hervortreten können.

Die Arbeiten suchen Einfachheit und Klarheit in der Komposition, während vielschichtige Oberflächen sowohl materielles als auch emotionales Gewicht tragen.

Diese Bilder sind keine Dokumente des ländlichen Lebens.

Sie sind stille Versuche, etwas zu bewahren, das immer schwerer festzuhalten ist:

Langsammkeit,

Erinnerung,

Zugehörigkeit

und das menschliche Bedürfnis nach Verbindung innerhalb des größeren Rhythmus der Zeit.